Schaubericht der 18. Junggeflügelschau des KV Zittau
Am letzten Wochenende fand die erste Ausstellung der diesjährigen Saison im Bezirksverband Oberlausitz statt. Die Zuchtfreunde des Rassegeflügel- u. Rassekaninchenverein Hörnitz u. Umgebung hatten zur 18. Junggeflügelschau des Kreisverbandes Zittau ins Vereinshaus „Zur Goldenen Gans“ eingeladen. Ebenfalls am selben Wochenende fand auch die 35. Hörnitzer Kirmes statt, so stand einem Festwochenende mit Attraktionen für die ganze Familie nicht mehr im Wege.
37 Zuchtfreunde hatten ihre Tiere zum ersten Vergleich in 2026 angemeldet. Die Bewertung der 300 zur Schau gestellten Rassevertreter übernahmen die Preisrichter: Wendelin Heidrich, Klaus Knauer, Klaus Kretschmer und Andreas Fiedler. Von den Emdener Gänsen bis hin zu den Rheinischen Ringschlägern konnten sich die Besucher einen Überblick über die große Rassevielfalt in unserem Hobby verschaffen.
Bei den Gänsen wurden Emdener, Russen Gänse und Höckergänse gezeigt. Teilweise waren die Tiere noch nicht zu 100% ausgereift. Auch die Ausbildung der rassetypischen Merkmale wie z.B. die Doppelwamme bei den Russen Gänsen muss weiterhin im züchterischen Fokus stehen.
Den Gänsen folgten 4 Perlhühner in Blau mit Perlung in sehr ansprechender Qualität.
Bei den Enten konnten folgende Rassen bestaunt werden: Warzenenten, Rouenenten, Amerikanische Pekingenten, Streicherenten, Landenten mit und ohne Haube, Laufenten sowie Zwergenten. Den Warzenenten fehlte noch etwas Blüte, aber sie konnten mit sehr guten rassetypischen Anlagen punkten. Die Rouenenten und Amerikanischen Pekingenten konnten den aktuellen Zuchtstand leider nicht widerspiegeln. Feine Vertreter sah man bei den Streicherenten, Landenten, Lauf- und Zwergenten. Ein Landentenerpel in weiß mit Haube von Jungzüchterin Helen Heidrich wurde zum besten Jungtier der Schau gekürt. Dazu meinen herzlichen Glückwunsch.
Bei den Hühnern konnte mit den Tuzo´s aus Japan, über die langschwänzigen Yokohamas, den wirtschaftlichen Rassen wie Amrocks, Bielefelder Kennhühner, Dt. Reichshühnern, Welsumern, New Hampshire, Dresdnern, Nackhalshühnern bis hin zu Seidenhühnern und Rassen aus dem nordwesteuropäischen Rassekreis wie Brabantern und Rheinländern einen Eindruck von der Vielzahl der verschiedenen Hühnerrassen bekommen. Neben Tieren mit sehr feinen, rassetypischen Anlagen sah man auch Tiere mit weniger Rassewert. Einigen fehlte es nur noch etwas an körperlicher Reife, dies sollte aber bei so einem frühen Schautermin mit Nachsicht in die Bewertung mit einfließen. Bei den Tuzos war der 1,0 sehr fein und konnte mit HV herausgestellt werden, die Yokohamas hatten ihr Spitzentier in einer Weiß rotgezeichneten 0,1 ebenfalls mit HV. Die Amrocks zeigten feine Streifung und Körpertiefe (Glockenform), teilweise sollte das Schenkelgefieder fester in Erscheinung treten. Auch müssen die Züchter auf den rassetypischen konkaven Schwung im Rücken achten und das ein oder andere Tier hätte im Stand etwas freier sein können. Sehr feine Anlagen sah man auch bei den Bielefelder Kennhühnern, etwas deutlicher im Schwanzwinkel und hier und da etwas ausgereifter waren die Wünsche. Bei den gesäumten Deutschen Reichshühnern muss neben der Rechteckform auch weiterhin an einem gleichmäßig breiten Saum um die Feder gearbeitet werden. Bei den New Hamphire ist auf rassetypischen Dreiklang beim Hahn und hohlrund ansteigende Rückenlinie zu achten. Feine Formtiere bei den Nackthälsen, teilweise hätte der Grünglanz noch intensiver in Erscheinung treten können, die beste Henne bei den Nackthälsen wurde mit V HB belohnt. Schöne Tiere im gehobenen sg Bereich sah man bei den Brabantern, wohingegen die Rheinländer in schwarz in der Qualität sehr streuten. So war von sg 95 bis u 0 Punkte alles vertreten.
Die Zwerghühner starten mit sehr feinen Zwerg Phönixen, hier zeigte uns Altmeister Reiner Mönch einen goldhalsigen 1,0 in Vollendung und erhielt verdient V HB. Auch die anderen Tiere bei den Zwerg Phönix zeigten viel Rassewert, leider mussten 2 0,1 auf Grund von Doppelzackenbildung mit u bewertete werden. Die Zwerg Yokohamas präsentierten sich sehr gepflegt. Ein Hahn in Weiß-rotgezeichnet (HV) und eine weiße 0,1 erhielt V KVE. Leider musste ein Hahn wegen mangelhafter Zehenstellung und eine Henne wegen unschöner Lage der Schwanzdeckfedern in der Bewertung herabgesetzt werden. Die schwarz weiß gescheckten Zwerg Cochin konnten in puncto Figur und Kopfpunkten zu meist überzeugen, jedoch hatten sie deutliche Mängel (Saumbildung) in der Zeichnung und konnten somit nicht mit sg bewertet werden. Bei den Federfüßigen Zwerghühnern muss züchterisch weiter an der richtigen Farb- und Zeichnungsausbildung gearbeitet werden. Auch sollte in Zukunft mehr Wert auf eine nicht zu lange gut gerundete Rückenlinie gelegt werden. Feine Ko Shamos gab es in Hörnitz zu bestaunen, die herausgestellten Tiere konnten mit schöner Schulterung, Dreiteilung und markanter 5 Bogenlinie überzeugen, V HB ging auf eine feine 0,1. Feine gepflegte Tiere mit typischer lyraförmiger Rückenlinie und freiem Stand sah man bei den Zw. Croad Langschan. Feine Streifung bei den Zw. Amrocks, die letzte Henne mit feiner Glockenform konnte mit V KVE herausgestellt werden. Die Zwerg Sussex zeigten feine Rumpflänge, prima kastanienbraune Grundfarbe und sg Zeichnungsanlagen. In puncto Körpertiefe werden sie mit zunehmendem Alter im Laufe der Saison sicherlich noch etwas zulegen. Die Deutschen Zwerg Lachshühner zeigten feine Figur, Bart und Zehentrennung. Farblich muss darauf geachtet werden, dass die Lachsfarbe nicht zu stark in die Brust und Flanken überläuft. Die Dt. Zwerg Wyandotten präsentierten sich mit 7 Farbenschlägen in Hörnitz. Figürlich ist hier auf ausreichend Rumpflänge und geraden und ausreichend langen Anstieg mit schöner Abschlussbreite Wert zu legen. Mit HV konnten 3 Hennen in Rot, Gestreift und Gelb-Schwarz-Columbia herausgestellt werden. In kleineren Kollektionen wurden Zwerg Welsumer, Zwerg New Hampshire, Zwerg Minorka und Zwerg Italiener gezeigt. Bei den Zwerg Welsumern erhielt eine feine Henne mit super Grundfarbe und feiner Pfefferung bei toller Figur V HB. Ebenfalls konnte die Höchstnote auf eine Zwerg Minorka Henne in Schwarz mit Rosenkamm und einen weißen Zwerg Italiener Hahn vergeben werden. Bei den Zwerg Seidenhühnern im Perlgrauen Farbenschlag ist neben der Reinheit der Grundfarbe ohne Pfeffer und gelben Anflug auch auf die gewünschte Ausprägung der Würfelform zu achten. Weiterhin muss in der Zucht auf eine klare Abgrenzung zwischen Tieren mit Bart und ohne Bart geachtet werden. Den Abschluss bei den Zwerg Hühner bildenten 2,5 Zwerg Hamburger in Schwarz. Feine fasanenartige Figuren mit langem Rumpf, waagerechter Haltung, viel Grünglanz und feinen Kopfpunkten mit Rosenkamm und substanzvollen weißen Ohrscheiben gab es zu sehen. Der Lohn war hier V und HV auf zwei schöne Hennen.
Zu Beginn der Tauben standen die Kröpfer, vertreten durch Sächsische und Schlesische Kröpfer. Ein feiner Schlesier im seltenen Farbenschlag Schalaster Gelb konnte mit HV HB bewertet werden. Die Dt. Modeneser waren bis auf ein Tier alle im sg Bereich. Ihnen folgten die Farbentauben. In Hörnitz konnte man Eistauben, Nürnberger Lerchen, Thüringer Flügeltauben, Sächsische Storchtauben, Sächsische Flügeltauben und Schlesische Mohrenköpfe in kleineren Kollektionen in Augenschein nehmen. Die Höchstnote konnte auf eine hohlige Eistaube V HB und einen Schlesischen Mohrenkopf in schwarz V HB vergeben werden. HV ging hier auf eine bindige Eistaube und eine Sächs. Storchtaube mit Rundhaube in schwarz. Den Abschluss bildeten Rheinische Ringschläger vom Zuchtfreund Hoffmann, alle im gehobenen sg Bereich. Vielen Dank an die Zuchtfreunde des Hörnitzer Vereins um Uwe Hoffmann und weiterhin Gut Zucht.
Mit züchterischem Gruß
Zuchtfreund A. Fiedler
Fotoserien
18. Junggeflügelschau des KV Zittau in Hörnitz (SO, 27. September 2026)
Urheberrecht:












Niko Körner & Helen Heidrich, sie stellte das beste Jungtier der Schau
Erringer des Hörnitzer Band: v.l. Bill und Niko Körner, Helen Heidrich, Dr. Gisbert Flammiger, Uwe Hoffmann, Marc Kohlrusch und Stephan Müller
Siegerehrung
Siegerehrung