Brutprojekte
Im Folgenden wollen wir euch vorstellen, welche Möglichkeiten es gibt, ein Brutprojekt in einem Kindergarten, einer Schule etc. durchzuführen.



Einige unserer Züchter sind bereits seit Jahren in Einrichtungen unterwegs, und führen solche Projekte durch. Herzlichen Dank für euer Engagement.
Züchter, die Interessen daran haben, oder weitere Idee benötigen, können sich nachfolgend inspirieren lassen. Über neue, ergänzende Ideen eurerseits, freuen wir uns natürlich sehr. (info@rassegefluegel-oberlausitz.de)
Ein Brutprojekt könnte zum Beispiel ca. 3,5 Wochen dauern.



Ein guter Tag zum Start wäre ein Dienstag, da die Küken 3 Wochen später schlüpfen und so die Kinder bereits das Anpicken nach dem Wochenende miterleben können. Nach dem Schlupf am Dienstag könnten die Küken noch bis Freitag in der Einrichtung verbleiben und beispielsweise in einer „Küken-Vitrine“ von den Kindern beobachtet und versorgt werden.
Am Starttag stellen wir das Brutgerät vor, erklären, von welchen Rassen wir Eier dabei haben und zeigen diese Rassen auf mitgebrachten Bildern. Mit großen Interesse reagieren Kinder, wenn wir sie nach eigenen Erfahrungen mit Tieren fragen. Was wissen sie bereits? Wie leben die Tiere beim Züchter zu Hause (Stall, Auslauf). Erstaunlich viel, aber auch unterschiedlich, ist hier das Wissen. Der Austausch macht den Kindern sehr viel Spaß.
Nach dem Vorbereiten des Brutgerätes werden die Eier eingelegt und das Wasser für die Feuchtigkeit eingefüllt und der Termin und Themen für das nächste Treffen ausgemacht. Gern kann dieser Termin eine Woche später sein. Es muss einen Verantwortlichen geben, der die Betreuung des Brutgerätes und die Überwachung der Luftfeuchtigkeit übernimmt.



Beim zweiten Treffen (idealer Weise, eine Woche später), sollten die Eier geschiert (durchleuchtet) werden. Hierzu bitte eine entsprechende Lampe nicht vergessen. Im Vorfeld könnte man mit unserem Modellkasten mit 21 Kunststoffeiern, die Entwicklungsstadien von Tag 1 bis Tag 21 zeigen. Somit kann den Kindern erklärt werden, was sie beim Durchleuchten der Eier im Anschluss erwartet. In einem abgedunkelten Raum können mit den Kindern die Eier durchleuchtet und erfragt werden, was sie genau erkennen können. Unbefruchtete Eier werden aussortiert. Übrigens, viele Kindern wissen ganz genau, dass ein Hahn und eine Henne notwendig sind, damit sich ein Küken im Ei entwickelt. Gern geben wir auch Erklärungen, dass Küken im Ei absterben können. Ein Brutapparat ersetzt keine Glucke - kann das Brutklima aber sehr gut nachahmen.
Der Oberlausitzer Geflügelzüchterverband verfügen über eine kleine Eier-Ausstellung von ca. 15 verschiedenen Arten an Vögeln. Vom Rebhuhn bist zum Strauß, Normales Ei und „Doppel-Ei“. Sehr spannend gestaltet sich die Vorstellung dieser Eier. Die Kinder raten und überlegen und mit einem Bild, kann der Vogel, dem das Ei zugeordnet werden. Auch die Erklärung „Doppel-Ei“ bzw. für Kinder besser verständlich, „Zwillings-Ei“, lässt die Kinder staunen und den Größenunterschied bewundern.
Nach 14 Tagen könnte man den Kindern die Eltern-Tiere live vorstellen. Was ist alles dran an einem Huhn, an einem Hahn? Die Kinder werden gegeistert sein! Zusätzlich könnte man verschieden Futtermittel für Küken und Hühner zeigen. Hierfür haben wir eine große Anzahl an Schalen, gefüllt mit diversen Futtermitteln wie: Weizen, Gersten, Mais, Haferflocken, Schwarzhafer, Erbsen, Leinsamen, Pellets für Küken und Legehennen, Brennnesseln, Möhren, Sonnenblumenkerne, Mehlwürmer, Grit, Muschelschalen, etc…. Anhand von Bildern können diese Futtermittel identifiziert werden.
Weitere Schalen können mit verschieden Einstreu gefüllt werden, wie: Stroh, Holzspäne oder Hanfhäcksel.
Zusätzlich ist es interessant, die Eier nochmal durchzuleuchten.



Am folgenden Freitag könnte man die Eier in einen Schaubrüter umlegen. Völlig beeindruckt sind Kinder, wenn man die Eier vorher schwemmt. Eine Schüssel und warmes Wasser ist in den Einrichtungen vorhanden. Die Bewegungen der Eier und somit der Küken im Ei, wenn Sie im warmen Wasser schwimmen, lässt die Kinder begeistern. Leben wird plötzlich außen sichtbar.
Nun wird noch der Schaubrüter erklärt und erläutert, wie ein Küken schlüpft. Gut machen sich hier Eierschalen von bereits geschlüpften Küken. Gut erkennt man, wie das Küken rundherum pickt und dann den „Deckel aufdrückt“ und das Küken geboren wird.
Eine mitgebrachte Vitrine, eine kleine Tränke und ein Futterautomat mit Kükenfutter wird den Kindern ebenfalls mitgebracht, damit die Küken nach dem Schlupf und der Trocknung in die Vitrine gesetzt werden können. In den folgenden Tagen werden die Küken durch die Kinder versorgt.
Am letzten Freitag kann dann abgebaut und abgeholt werden und die Kinder nach ihren Erfahrungen befragt werden.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kinder, Eltern und Erzieher von solchen Projekten begeistert sind.
Dennoch müssen wir sagen, dass Projekte dieser Art mit viel Zeit verbunden sind. Deswegen danken wir allen Züchtern, die sich für die Durchführung eines Brutprojektes entscheiden.